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Da steht mir meine Intelligenz im Wege

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es ist zwar schon 2 Jahre her, dass ein lieber Freund diesen denkwürdigen Spruch prägte, jedoch hat dieses Zitat es ohne Probleme in die Top 10 meiner beliebtesten Running-Gags geschafft.

Wir spielten glaube ich eine private Runde und besagter Freund haderte schon einige Löcher mit dem Platz, dem Golfen und letztendlich auch sich selbst. Spielte links, spielte rechts und traf auch mehr die große Kugel (also die Erdkugel) statt der kleinen (den Ball). Um es kurz zu machen, sein Spiel an dem Tag war nix.

Nun, als leidgeprüfter Golfer mit einiger Erfahrung im Umgang mit saumäßigen Spiel versuchte ich ihn durch kleine Tipps, Monologe über die aktuelle Wirtschaftlage und philosophische Gedannken über den Golfsport ein wenig aufzubauen. Wahrscheinlich war der einzige Erfolg hier, dass er sich nunmehr mehr über mein Gelabber, als sein ambivalentes Spiel aufregte, aber das ist nur eine Vermutung.

Nachdem er auf der 12 den gefühlten fünften Ball rechts in die Wicken donnerte und drohte sich selbst in eine erdnahe Umlaufbahn zu schießen, erwähnte ich wohl irgend etwas in der Art, dass er sich im Moment mental selber runter zieht und es doch eigentlich am Anfang gut ging und er solle doch einfach hinnehmen, dass es im Golf eben manchmal so lief. Die Erwiderung hierauf war jenes Zitat, dass ihm für derartige pseudophilosophische Gedanken "sein Intelligenz im Wege stehen würde". Er nahm mir meine anschließenden Lachanfall ob seiner Bemerkung nicht übel und ich glaube mich zu erinnern, dass die Runde dann doch noch ein gutes Ende fand.

Aber warum erzähle ich das? Nun, wer kennt nicht die Aussagen "Golf ist Kopfsache" oder "Man muss mental stark sein" oder eben auch jenes oben erwähnte Zitat. Mmmmh, heißt das, wenn ich doof bin spiele ich gut Golf? Wenn's danach ginge, hätte ich Einstein schon hinter mir gelassen. Ich habe auch schon viele Runden hinter mir, bei denen ich sowas von mental gut drauf war, dass ich eigentlich unter PAR hätte spielen müssen. Das gut drauf sein endete dann aber meist nach einigen Löchern und einem Score oberhalb der Kochtemperatur von Wasser.

Aber im Ernst, auch wenns schwer fällt. Golf hat nur sekundär was mit "gut drauf sein" oder dem Kopf zu tun, außer dass man selbigen beim Schwung möglichst ruhig halten sollte. Golf ist für die meisten Golfer - bis auf dünnn gesäte Naturtalente - harte und dauernde Übungssache. Alles andere sind mehr oder weniger Ausreden, dass eigene Defizit damit zu erklären, dass man "im Moment" nicht gut drauf ist, oder eben jenen besagten Kopf woanders hat.

Die Gründe leuchten ein: Man hat schließlich schon oft den Ball perfekt getroffen und wenn man dies nicht tut, schiebt man es eben auf andere Dinge. Falsch, liebe Golffreunde, es fehlt nur Übung und Training! Es mag sein, dass man falsche Entscheidungen (das ist dann der Kopf) trifft, wie Schlägerwahl oder aus 150 m übers Wasser das Grün angreifen. Nur ohne Technik und den richtigen Schwung - und zwar jederzeit abrufbar - klappt das eben nur hin und wieder. Und hat leider nix mit dem Kopf zu tun.

Zugegeben, für mich und für die meisten anderen Mittel- bis Hochhandicaper reichen die Übungsintervalle von ab und zu mal auf der Driving Range Bälle klopfen. Zwar nicht um spürbar einstellig zu werden, aber für schöne Runden und hin und wieder ein gutes Ergebniss reichts allemal. Einstellig oder besser wird das eigene Golfspiel dadurch aber nicht. Hier ist geplantes und andauerndes Training, möglichst unter Anleitung eines Pro's, angesagt.

Es gibt bei Bewerbungsinterviews für Spiztenposten unter anderem die Frage, ob man Golf spielt und welches Handicap man hat. Raten Sie mal, wieviel Chancen Sie haben, wenn Sie ein Handicap von + 2,4 angeben würden. Nicht allzuviel. Warum? Um dieses Handicap zu erreichen und zu halten, muss man viel Zeit auf dem Golfplatz und der Driving Range verbringen. Und das kollidiert ein wenig mit den Anforderungen einer Spitzenposition.

Mithin bleibt uns nix anderes übrig, als entweder fleißig zu üben oder es eben einfach als gegeben hinzunehmen, dass man ohne dauerndes Training öfters Fehlschläge produziert. Die haben dann aber nichts mit dem Kopf zu tun oder nur insofern, als dieser sich gute Ausreden einfallen lassen muss, warum es mit dem Score diesmal nicht geklappt hat.


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