In der Regel besteht ein Golfplatz aus 18 Spielbahnen, die meistens in zehn Par 4 und jeweils vier Par 3 und Par 5 aufgeteilt sind. Auf diesen 18 Spielbahnen gilt es, den Ball mit möglichst wenig Schlägen im Loch zu versenken. Das nennt man dann Golfen. Ich möchte heute nicht auf die in unzähligen Varianten auftretenden Schlag- und Schwungtechniken von uns Amateurgolfern eingehen, sondern auf einen Aspekt, den die meisten Freizeitgolfer sträflich vernachlässigen: Das sogenannte Coursemanagement.
Unter diesem Begriff versteht man, sich vor dem Abschlag zu überlegen, wie ich den Platz bzw. die einzelnen Bahnen spiele. Oder einfach übersetzt, das Hirn einzuschalten, bevor man auf den Ball klopft.
Nun gibt es verschiedene Arten des Coursemanagements. Die beliebteste Variante besteht darin, an allen Löchern – außer kurzen Paar 3 – den Driver auszupacken. Macht Sinn, ist es schließlich der Schläger mit dem besten Weitenpotential und meist auch der Teuerste im Bag. Manchmal – ok, seien wir ehrlich – öfters wird der Schlag zwar verzogen und erreicht Weiten, die man locker mit einem 9er Eisen auch erreicht hätte, aber angelehnt an die Puttaussage „Never up, never in“ - was soviel heißt wie, ein zu kurzer Putt kann nicht ins Loch fallen – gilt auch hier: Mann muss dem Ball die Chance geben, weit zu fliegen. Auch dann, wenn man 90% der Drives versemmelt. Schließlich trifft man den Ball ja – zumindest nach eigener Wahrnehmung – einigermaßen richtig. Selbstsuggestion ist schon was Schönes.
Die Intellektuellen unter den Golfern greifen beim Abschlag auch schon mal zum 3 er Holz oder zum langen Eisen. Das kommt einem sinnvollen Coursemanagement schon eher nahe und beweist, dass man nachgedacht hat. Zeigt man schließlich seinen Flightpartnern, die in einem angeborenen Reflex beim Abschlag den Driver zücken, dass man über fundamentale Erfahrung im Turniergolf verfügt. Peinlich wird’s, wenn man das Ding dann nicht trifft. Hätte man gleich den Driver nehmen können.
Golfpro's praktizieren ein auf den ersten Blick für Amateure seltsames Coursemanagement. Sie spielen alle Löcher rückwärts. Das heißt, als erstes überlegen sie wo der Ball auf dem Grün landen sollen. Dann schauen sie, von welcher Position und welcher Entfernung sie am besten dorthin gelangen. Und dann wählen sie den passenden Schläger um diese Position zu erreichen. Bei einem Par 5 natürlich mit einem weiteren Zwischenschritt. Klingt logisch und macht echt Sinn. Problem ist nur, dass dieser Spielaufbau bei mir immer wie die Steine beim Domino-Day zusammenfällt, wenn schon der Abschlag nicht dort landet wo er soll. Nach 2-3 weiteren Versuchen mit ebenso vielen Tripple- und Quatrobogeys (Quatrobogey klingt besser als Strich), kehre ich meist zur althergebrachten Taktik – wenn man's denn so nennen will – zurück.
Aber von diesem temporären Abweichen eines halbwegs vernünftigen Coursemanagement einmal abgesehen, sollte man sich in der Tat hier ein wenig von den Pros abschauen. Öfters mal beim Abschlag auf ein sicheres Holz 3 oder Eisen zurückgreifen ist zwar nicht so spektakulär, verbessert aber den Score auf lange Sicht.
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